Meine Welt – Deine Welt

Meine Welt - Deine Welt

Meine Welt – Deine Welt

 

Es ist ein ganz normaler Mittwochnachmittag. Leon (13) hatte sechs Stunden Unterricht und ist nun auf dem Nachhauseweg. Er freut sich auf ein leckeres Mittagsessen und ist anschließend mit Freunden verabredet. Zu Hause angekommen, schließt er die Haustüre auf und noch bevor seine Mutter etwas sagt, merkt er schon: der „Haussegen schief hängt”. „Ich habe dir doch gestern gesagt, dass du dein Zimmer aufräumen sollst”, begrüßt ihn seine Mutter. Leon ist sich keiner Schuld bewusst: „Das habe ich doch gemacht!” Wie es weiter geht, können Sie sich sicherlich vorstellen. Leon’s Mutter ist sauer, weil sie glaubt, dass ihr Sohn sie anlügt. Leon ist sauer, weil er denkt, dass seine Mutter ihm nicht glaubt.

Leon sagt wirklich die Wahrheit – aus seiner Sicht. Und da haben wir auch schon das Dilemma. Für ihn heißt „aufräumen” etwas anderes als für seine Mutter. Doch für jeden der beiden war in seiner/ihrer Welt ganz klar, was mit „aufräumen” gemeint war. Leon’s Mutter wollte am morgen in Leon’s Zimmer staubsaugen und meinte daher, dass er den Boden freiräumen sollte. Leon hat aber sein Bett aufgeräumt und alle Sachen in eine Ecke auf den Boden gestellt.

 

Ob in Gesprächen mit Freunden, Fremden oder in der Familie führen solche sogenannten „Wolkenwörter” häufig zu Missverständnissen, die nicht selten in einem Konflikt enden. Denn jeder der Gesprächspartner interpretiert das Wort anders. Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch, keine absolute Wahrheit. Abhängig von unseren Erfahrungen, Einstellungen, Werten usw. haben Wörter eine bestimmte Bedeutung für jeden einzelnen und nicht selten stimmen diese nicht hundertprozentig überein. Und doch sind wir uns ganz sicher, dass wir uns klar ausgedrückt oder den anderen genau verstanden haben. So reden wir aneinander vorbei, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

 

Hier hilft der bewusste Umgang mit solchen Wolkenwörtern und die Bereitschaft anzuerkennen, dass meine Welt nicht identisch ist mit der Welt meines Gegenübers und dass das, was ich sage nicht zwingend genauso vom Anderen verstanden wird.

 

Mein Praxistipp:

  • Probieren sie doch einfach mal, die von ihrem Kind in einem Gespräch genannten “Wolkenwörter” bewusst zu hinterfragen. Sie werden schnell erkennen, dass Sie ein anderes Verständnis für das entwickeln, was ihnen ihr Kind mitteilen möchte.
  • Versuchen sie in Ihrer eigenen Kommunikation mit ihrem Kind ebenfalls klarer zu formulieren. Wenn es z.B. um Aufgaben geht, die erledigt werden sollen: Fragen sie ihr Kind ruhig einmal, wie es das für sich verstanden hat.

 

Dadurch stärken sie ihr Verständnis untereinander und reduzieren Missverständnisse.

 

Weitergehende Unterstützung

Wenn Sie weitergehende Unterstützung für Ihr Kind suchen, können Sie mich gerne kontaktieren und ein kostenloses und unverbindliches Vorgespräch vereinbaren.