Wut darf sein!

Wut darf sein!

Wut darf sein

 

Aggressionen sind in unserer Gesellschaft eine eher verpönte Verhaltensweise, setzen wir diese doch meist gleich mit unkontrolliertem verbalen oder körperlich aggressivem Verhalten. Dass es auch so etwas wie eine positive Aggression gibt, wird meistens übersehen. Dabei benötigen wir Aggressionen für eine gesunde Entwicklung. Dient sie doch dazu, dass wir für uns einstehen. Ja sagen, wenn wir ja meinen, nein sagen können, wenn wir nein meinen, und uns wehren können, wenn es notwendig ist.

 

Die Verteuflung von Wut und Aggression als rein zerstörerische Kraft, die unbedingt vermieden und unterdrückt werden muss, führt letztendlich genau zu dem, was wir nicht wollen. Bei Cholerikern kann man dies gut beobachten. Wut wird solange unterdrückt bis es nicht mehr geht und sie sich unkontrolliert und explosiv entlädt. Unterdrückte Wut kann aber genauso gut zu autoaggressivem oder über angepasstem Verhalten führen, zu einer liebevollen Marionette, die immer lächelt, immer lieb und nett ist, die aber nicht mehr weiß, was sie selber will und braucht. Psychosomatische Krankheiten, Apathie, Resignation oder Depressionen können weitere Folgen sein.

 

In Bezug auf unsere Kinder bedeutet das für mich, Wut nicht zu verteufeln, sondern ihnen beizubringen, wie sie mit diesem Gefühl umgehen können ohne sich oder andere zu verletzten. Wie Sie es vielleicht von sich selbst kennen, enthält das Gefühl der Wut viel Energie. Wir sind dann häufig im wahrsten Sinne des Wortes energiegeladen. Und je energiegeladener, je wütender wir sind, desto weniger zugänglich sind wir für ein vernünftiges Gespräch. Unseren Kindern geht es da nicht anders.

 

Wenn Wut nicht sein darf, es kein Ventil gibt, um diese abzulassen, dann staut sie sich auf. Wie bei einem Schnellkochtopf. Wenn man diesen fest verschließt und immer weiter Druck darauf gibt, wird er irgendwann explodieren. Geht man aber hin und lässt über das Ventil immer wieder etwas Druck ab, so passiert nichts.

 

Dass heißt, wir und unsere Kinder brauchen auch ein solches Ventil, eine Möglichkeit, wie diese Energie kontrolliert entweichen kann. Das kann zum Beispiel beim Sport passieren, aber auch in dem man mit einem Handtuch auf ein Sofa einschlägt, Zeitungen zerreißt oder ähnliches. Wichtig ist darauf zu achten, dass sich Ihr Kind nicht selbst oder andere dabei verletzten kann.

 

Die Ursache der Wut ist damit natürlich nicht behoben, aber Sie werden feststellen, dass Sie danach mit Ihrem Kind ganz anders über das Thema sprechen können.

Weitergehende Unterstützung

Wenn Sie weitergehende Unterstützung für Ihr Kind suchen, können Sie mich gerne kontaktieren und ein kostenloses und unverbindliches Vorgespräch vereinbaren.